„Die Nashörner“ im Schnelldurchlauf

„Die Nashörner“ im Schnelldurchlauf

Das Hans-Otto-Theater in Potsdam hat erstaunlich häufig Stücke auf dem Spielplan, die die Schattenlichter auch bereits gespielt haben – ich denke da nur an „Frau Müller muss weg“, „Richtfest“, „Der Vorname“, dessen für April 2020 geplante Premiere das Theater leider wegen der Corona-Krise verschieben musste, und „Die Nashörner“.

Eugène Ionescos „Nashörner“ spielten die Schattenlichter bereits im September 1992. Das ist recht lange her, und da ich das Stück inzwischen nicht wieder gesehen oder gelesen habe, erinnere ich mich hauptsächlich daran, dass sich in diesem Stück brave Bürger einer nach dem anderen in Nashörner verwandeln. Dies bringt viel Aufregung und Unruhe mit sich, und häufig mussten wir auf der Bühne – als noch nicht verwandelte Bürger – erstaunt ausrufen: „Oh! Ein Nashorn!“

Ich war damals Studentin und spielte eine freundliche Hausfrau, die das traurige Schicksal erleiden musste, dass ein Nashorn ihre Katze zertrampelte. Mir ist sehr gut in Erinnerung, dass ich mit einer platten Katze – woher hat man nur so ein Requisit? – laut wehklagend über die Bühne rennen musste und immer wieder fassungslos ausrief: „Es hat meine Katze zertrampelt! Es hat meine Katze zertrampelt!“

Viel mehr ist mir nicht in Erinnerung geblieben, aber für fast drei Jahrzehnte ist das ja gar nicht mal so schlecht.

Da die Schauspielerinnen und Schauspieler des Hans-Otto-Theaters wie alle anderen in Deutschland derzeit coronabedingt nicht auftreten dürfen, werden sie im Homeoffice aktiv. Das Ensemblemitglied Franziska Melzer ist auf die Idee gekommen, „Die Nashörner“ im Schnelldurchlauf zu spielen.

Das ist ihr mithilfe einer tollen Legobühne, die etwas von einem französischen Amphitheater hat – Ionesco wäre begeistert -, sehr gut gelungen. Und was soll ich sagen: Mein Gedächtnis hat mich nicht im Stich gelassen. Seht selbst, was an meinen Erinnerungen dran ist!

Dafür https://www.hansottotheater.de/gruesse-aus-dem-home-office/ anklicken und scrollen bis zum Eintrag „Franziska Melzer spielt ‚Die Nashörner‘ im Schnelldurchlauf“!

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Autor: Elke Brumm

Elke Brumm ist das dienstälteste Schattenlicht. Bei der allerersten Aufführung im Weihnachtsgottesdienst 1985 in der Pauluskirche war sie noch Zuschauerin, aber schon beim zweiten Stück war sie aktiv dabei - und ist es bis heute geblieben. Neben den spielerischen Aktivitäten ist Elke Brumm das organisatorische Rückgrat der Schattenlichter; die studierte Theaterwissenschaftlerin und Germanistin (FU Berlin) macht für die Schattenlichter auch die Pressearbeit und die Programmhefte. Seit 2015 schreibt sie ungefähr einmal monatlich einen Theater-Tipp für den Freundeskreis der Schattenlichter, denn da die Schattenlichter immer nur im Februar spielen, muss man schließlich auch im restlichen Jahr wissen, wo man kurzweilige und inspirierende Theaterabende verbringen kann.

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