Schattenlichter in den Zeiten von Corona

Schattenlichter in den Zeiten von Corona

Aus: Paulus Blätter (8/2020)
Autorin: Elke Brumm

Während Ende Mai im neuen Gemeindebeirat viele Mitglieder berichteten, dass ihre Gruppenarbeit in den ersten Pandemie­monaten komplett ruhen musste, ging die Arbeit der Theatergruppe Schattenlichter nahtlos weiter – wenngleich in gänzlich anderer Form als in den vergangenen 35 Jahren der Gruppengeschichte.

Die drei Aufführungen des Theaterstücks „Barbara“ mit je 200 Gästen konnten die Schattenlichter Ende Februar noch ohne jegliche Virussorgen über die Bühne des Großen Saals bringen. Doch schon nach dem ersten konstituierenden Treffen des neuen Theaterjahres Anfang März wurde das Corona-Kontaktverbot verhängt. Klassische Zusammenkünfte im Gemeindehaus waren also tabu.

Die ersten Aufgaben ließen sich mit etwas Mehraufwand per E-Mail erledigen: So reichten die Gruppenmitglieder online Vorschläge für ein neues Theaterstück ein, stimmten online ab und verteilten sogar die Rollen online.

Der nächste Schritt erforderte andere technische Mittel: Auf dem Programm stand nun das gemeinsame Lesen des neuen Stücktextes, um Kürzungsbedarf festzustellen und inhaltliche Unstimmigkeiten zu identifizieren. Also kam die Gruppe nicht im Großen Saal des Gemeindehauses zusammen, sondern erstmals in einer Videokonferenz.

Einige technische Schwierigkeiten traten auf – keine Verbindung, kein Ton, langsames WLAN … Bis elf Schattenlichter glücklich per „Zoom“ und Telefonzuschaltung verbunden waren, verging eine Dreiviertelstunde. Die Schattenlichter stellten fest: Zeitlich gesehen ein recht üblicher Probenbeginn – nur konnte man diesmal nicht den ÖPNV für die Verspätung verantwortlich machen, sondern das WLAN!

Beim nächsten Treffen Ende Mai waren zumindest schon wieder Zusammenkünfte von Mitgliedern zweier Haushalte gestattet. Mit Mundschutz und Abstandhalten trafen sich einzelne Schattenlichter mit drei neuen Mitspielern, um sie in die Gruppenabläufe einzuführen.

Nach zwei weiteren Videokonferenzen im Juni steht nun der neue Stücktext. Jetzt hoffen die Schattenlichter, dass sie ab September wieder im Großen Saal proben können. Wenn alles gutgeht, wird dort vom 25. bis zum 27. Februar 2021 ein Krimi von Agatha Christie zu sehen sein.

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Autor: Elke Brumm

Elke Brumm ist das dienstälteste Schattenlicht. Bei der allerersten Aufführung im Weihnachtsgottesdienst 1985 in der Pauluskirche war sie noch Zuschauerin, aber schon beim zweiten Stück war sie aktiv dabei - und ist es bis heute geblieben. Neben den spielerischen Aktivitäten ist Elke Brumm das organisatorische Rückgrat der Schattenlichter; die studierte Theaterwissenschaftlerin und Germanistin (FU Berlin) macht für die Schattenlichter auch die Pressearbeit und die Programmhefte. Seit 2015 schreibt sie ungefähr einmal monatlich einen Theater-Tipp für den Freundeskreis der Schattenlichter, denn da die Schattenlichter immer nur im Februar spielen, muss man schließlich auch im restlichen Jahr wissen, wo man kurzweilige und inspirierende Theaterabende verbringen kann.

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