Er ist wieder da

Er ist wieder da

Unser erster Theaterbesuch in der Pandemiezeit, der nicht in einem dauerdurchlüfteten Freilufttheater, sondern wieder in geschlossenen Räumen stattfand, führte heute vier Schattenlichter ins Kleine Theater am Südwestkorso.

Wer schon einmal dort war, weiß, dass es sich um ein – dem Namen entsprechend – kleines und gemütliches Theater handelt, bei dem alle eng beieinander sitzen. Klingt nicht gerade geeignet für die derzeitige Lage, aber das Team hat die Hygiene- und Abstandsregeln vorbildlich umgesetzt – auch wenn das für das Theater bedeutet, dass lediglich ein Drittel der 100 Sitzplätze besetzt werden kann.

In der Pause wurde gut gelüftet, der Pausengetränkeverkauf fand unter freiem Himmel statt, wobei ein Zelt vor dem Oktoberregen schützte, und immer wieder prüften die Mitarbeiter, ob sich alle Gäste an die Abstands- und Maskenregeln hielten. Da musste man nicht selbst die Initiative ergreifen und konnte sich auf den Theatergenuss konzentrieren.

Das heutige Programm fällt in die Kategorie „Beliebter Kinofilm auf die Bühne gebracht“. Das Erfolgrezept ist auch diesmal aufgegangen, obgleich wir im Vorfeld Schwierigkeiten hatten, uns vorzustellen, wie das gehen könnte.

Denn es handelte sich um „Er ist wieder da“, einen 2015 mit großem Stab verfilmten Bestseller-Stoff von Timur Vermes. Der Film lebt von klassischen Filmszenen vor Berliner Kulisse, aber auch von spontan in ganz Deutschland gedrehten Spontaninterviews und Begegnungen. Wie sollte das auf einer winzigen Bühne mit nur zwei Schauspielern klappen?

Das Kleine Theater hat „ganz einfach“ eine raffinierte und überzeugende Rahmenhandlung hinzuerfunden, und während Boris Freytag die Hauptrolle übernimmt, spielt Alessa Kordeck sämtliche zehn Nebenrollen. Das ist kurzweilig und witzig – und es transportiert jede Menge Stoff aus Film und Buch. Es geht also nichts verloren.

Die Story ist im Prinzip schnell erzählt: Es ist der 20. April 2020 in Berlin. Plötzlich erwacht Adolf Hitler irgendwo im Stadtzentrum auf einem Fußballplatz – zwar in leicht ramponierter Uniform, aber ansonsten unversehrt. Ausgerechnet an seinem Geburtstag muss er feststellen, dass er die letzten 75 Jahre offenbar verschlafen hat, dass das Deutsche Reich einer Bundesrepublik gewichen ist, die unglaublicherweise von einer Frau regiert wird, und dass sich die Grenzen Deutschlands zu seinen Ungunsten verschoben haben.

Doch schnell ist Hitler wieder obenauf, denn er versteht es, das Fernsehen, das „Internetz“ und die neuen Medien für seine Propaganda zu nutzen.
Wer wissen will, wie es ausgeht, hat im Oktober noch jede Menge Gelegenheit dazu: am 10., 11., 21., 22., 23. und 24. Oktober; Karten kosten 20 bzw. 15 Euro.

Die Schattenlichter müssen Euch aber warnen: Ihr werdet auf dem Heimweg noch lange Hitlers Sprrrache im Ohr haben …

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Von Gerechtigkeit, Verrat, Rache, Macht und Unterwerfung

Von Gerechtigkeit, Verrat, Rache, Macht und Unterwerfung

Wer den Theater-Tipp der Schattenlichter für den Monat August 2020 gelesen hat, kennt bereits unsere Lobpreisung des neuen Globe Theaters Berlin, das in den nächsten Wochen seine zweite Spielzeit in Berlin-Charlottenburg beendet.

Während wir dort im August ein Gastspiel gesehen hatten, besuchten wir diesmal ein eigenes Stück des Globe-Ensembles – und, wie es sich für ein Globe Theater gehört, ein Werk von Shakespeare höchstpersönlich.

Im ersten Globe Theater, Shakespeares legendärer Open-Air-Arena, fand sich vor über 400 Jahren ein Querschnitt der Londoner Bevölkerung zusammen, um Begegnung, Bildung und Unterhaltung an einem verbindenden Ort zu erleben. Auch im neuen Globe Theater Berlin trafen die fünf Schattenlichter heute ein bunt gemischtes Publikum aller Altersgruppen; Touristen und Einheimische, einmal quer durch die ganze Stadt.

In einem Globe Theater befinden sich Bühne und Publikum unmittelbar beieinander; die räumliche Trennung der bürgerlichen Guckkastenbühne wird aufgehoben. Entsprechend sprang auch bei dem heutigen Theaterbesuch der Bühnenfunke schnell ins Publikum über, das kreuz und quer im Publikumsrund saß.

Der Stücktitel „Der Sturm“ war glücklicherweise nicht wegweisend für das bei einem Open-Air-Theaterbesuch nicht eben unwichtige Wetter. Das zeigte sich von seiner für Mitte September besten Seite. Ein laues Lüftchen wehte, so dass Corona-Viren keine Chance hatten.

Aber der Stücktitel passte perfekt zu den Hauptthemen des Shakespearschen Dramas: Gerechtigkeit, Verrat, Rache, Macht und Unterwerfung – und natürlich auch Liebe, die als Sturm daherkommt.

Das auch als „Zauberkomödie“ bezeichnete Stück erzählt von Prospero, dem rechtmäßigen Herzog von Mailand, der durch seinen intriganten Bruder gestürzt und mit seiner Tochter auf offener See zum Sterben ausgesetzt wird, sich jedoch auf eine abgelegene Insel retten kann. Zwölf Jahre später beschwört er einen Sturm (!) herauf und versammelt so all seine früheren Widersacher auf dieser Insel.

Zusammengefasst heißt es sehr anschaulich in der Stückankündigung auf der Homepage des Globe Theater Berlin: „In diesem Stück wollen sich alle an die Gurgel oder unter den Rock.“ Die Handlung detaillierter wiederzugeben, würde den Rahmen dieses Theater-Tipps sprengen.

Die Inszenierung schafft es, das relativ lange Stück kurzweilig und modern zu vermitteln. Die vielen Ortswechsel im Theaterrund tragen dazu bei, dass es nicht langweilig wird: Immerzu muss man den Kopf anderswohin wenden, wo gerade wieder etwas los ist.

Sehr kreativ sind auch die Kostüme; da zieht sich schon mal jemand einen Nylonstrumpf über den Kopf oder tritt nur mit Unterhose und Degen auf.

Mit dem heutigen Abend hat sich „Der Sturm“ leider für diese Spielzeit ausgestürmt. Aber das Globe-Programm reicht noch bis zum 26. September. In den verbleibenden Tagen wird eine abwechslungsreiche Mischung unterschiedlicher Schauspielarten zu sehen sein: Sprechtheater, Musik und das von uns im August besuchte Improtheater. Mit einem Ticketkauf kann man eigentlich nichts falsch machen. Selbst wenn ein Sturm aufziehen sollte, gibt es einen Gutschein für eine Vorführung bei besserem Wetter – ohne Sturm.

globe.berlin

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Eine surreal anmutende Kulisse mitten im Charlottenburger Wohngebiet

Eine surreal anmutende Kulisse mitten im Charlottenburger Wohngebiet

Wer mal wieder Lust auf Theater hat, aber noch nicht in geschlossene Räume gehen möchte, sollte die derzeitigen lauen Sommerabende so nutzen, wie es gestern Abend sechs Schattenlichter taten: mit einem Besuch des Globe Theater Berlin in der Charlottenburger Sömmeringstraße.

Im nächsten Jahr will das Globe-Ensemble an diesem Ort den hölzernen „Globe Theater“-Bau des Theaters aus Schwäbisch Hall aufgestellt haben – dort gibt es inzwischen einen festen Globe-Theaterbau nach Shakespearschem Vorbild – und diese besondere Location dann dauerhaft bespielen.

Da noch einige Formalitäten zu erledigen sind, hat das Globe Berlin 2020 – wie schon 2019 – zum Prolog-Jahr erklärt und spielt auf einer temporären „Open O Bühne“ in Charlottenburg.

Allein schon für diese Bühne lohnt sich der Weg in die Sömmeringstraße, denn sie besteht aus Teilen des Schwäbisch-Haller Theaterbaus, und auch die noch nicht verwendeten Teile sind schon vor Ort aufgestapelt. Eine surreal anmutende Kulisse mitten im Charlottenburger Wohngebiet!

Die Interimsbühne und der Publikumsbereich sind Corona-konform gestaltet. Das Publikum sitzt mitten im offenen O, auf gut 100 Stühlen mit üppigem Abstand.

Das abwechslungsreiche Programm endet erst Ende September: Es gibt eigene Inszenierungen und Gastspiele. Das Globe Ensemble Berlin zeigt eine neue Inszenierung von Shakespeares „Der Sturm“ und spielt somit ein Stück, das unbedingt auf eine Shakespeare-Bühne gehört. Dass das Ensemble Shakespeare voll drauf hat, hat es schon 2019 eindrucksvoll bewiesen.

Neben wöchentlichen Gastspielen von The Swingin‘ Hermlins (Jazz) und Theatersport Berlin (Improtheater) stehen weitere Konzerte auf dem Programm, beispielsweise die „kleineReise“ des 2PersonenOrchesters (28.8.) und das Taschenbluesorchester (4.9.).

Die Schattenlichter hatten Lust auf Theatersport – kurzweiliges Improvisationstheater, das zwei Gruppen auf Basis der Zurufe des Publikums entwickeln. Gestern gab’s recht anspruchsvolle Wünsche wie die Verwendung des Begriffs „Technologieevangelist“, eine Darstellung des Epos‘ „Ben Hur“ und einen Fallschirmsprung im Trapez. Auch Szenen aus dem gestrigen Tagesablauf des Publikums wurden improvisiert, beispielsweise hatte sich gestern ein Gast aus seiner Wohnung ausgeschlossen. Selbst Lieder und Simultansprache wurden aufgrund dieser Vorgaben spontan erfunden.

Nach jeder Runde stimmt das Publikum ab. Da alle Schauspieler Meister der Improvisation waren und sich im Mittelalter genauso schnell zurecht fanden wie im politischen Jetzt, fiel die Entscheidung äußerst knapp und somit richtig spannend aus.

Im Publikum wachte ein aufmerksamer Gast über den pandemiebedingt erforderlichen Abstand der Improvisierenden auf der Bühne und warnte mit einer Hupe, wenn die Schauspieler Gefahr liefen, sich zu nahe zu kommen.

Es gibt ja diverse Improtheatergruppen, aber die im Globe spielende ist so etwas wie „das Original“: Theatersport Berlin gründete sich 1995 als erstes Berliner Improvisationstheater. Jeder Abend ist einmalig und einzigartig. Hinzu kommt in den Augen der Schattenlichter, die Theater ja immer zugleich als Publikum und als Schauspieler beurteilen, ein großer Vorteil: Die Improschauspieler müssen keinen Text lernen!

Da wir das andere Programm nicht kennen, empfehlen wir vor allem einen Besuch des Theatersports im Globe Berlin – beispielsweise am Montag, 24.8., am Samstag, 29.8., Montag, 31.8., Samstag, 5.9. oder Montag, 7.9. Aber auch Shakespeares „Sturm“ ist sicherlich sehenswert.

Karten gibt es unter www.globe.berlin.

Infos zum Theatersport: www.theatersport-berlin.de

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Schattenlichter in den Zeiten von Corona

Schattenlichter in den Zeiten von Corona

Aus: Paulus Blätter (8/2020)
Autorin: Elke Brumm

Während Ende Mai im neuen Gemeindebeirat viele Mitglieder berichteten, dass ihre Gruppenarbeit in den ersten Pandemie­monaten komplett ruhen musste, ging die Arbeit der Theatergruppe Schattenlichter nahtlos weiter – wenngleich in gänzlich anderer Form als in den vergangenen 35 Jahren der Gruppengeschichte.

Die drei Aufführungen des Theaterstücks „Barbara“ mit je 200 Gästen konnten die Schattenlichter Ende Februar noch ohne jegliche Virussorgen über die Bühne des Großen Saals bringen. Doch schon nach dem ersten konstituierenden Treffen des neuen Theaterjahres Anfang März wurde das Corona-Kontaktverbot verhängt. Klassische Zusammenkünfte im Gemeindehaus waren also tabu.

Die ersten Aufgaben ließen sich mit etwas Mehraufwand per E-Mail erledigen: So reichten die Gruppenmitglieder online Vorschläge für ein neues Theaterstück ein, stimmten online ab und verteilten sogar die Rollen online.

Der nächste Schritt erforderte andere technische Mittel: Auf dem Programm stand nun das gemeinsame Lesen des neuen Stücktextes, um Kürzungsbedarf festzustellen und inhaltliche Unstimmigkeiten zu identifizieren. Also kam die Gruppe nicht im Großen Saal des Gemeindehauses zusammen, sondern erstmals in einer Videokonferenz.

Einige technische Schwierigkeiten traten auf – keine Verbindung, kein Ton, langsames WLAN … Bis elf Schattenlichter glücklich per „Zoom“ und Telefonzuschaltung verbunden waren, verging eine Dreiviertelstunde. Die Schattenlichter stellten fest: Zeitlich gesehen ein recht üblicher Probenbeginn – nur konnte man diesmal nicht den ÖPNV für die Verspätung verantwortlich machen, sondern das WLAN!

Beim nächsten Treffen Ende Mai waren zumindest schon wieder Zusammenkünfte von Mitgliedern zweier Haushalte gestattet. Mit Mundschutz und Abstandhalten trafen sich einzelne Schattenlichter mit drei neuen Mitspielern, um sie in die Gruppenabläufe einzuführen.

Nach zwei weiteren Videokonferenzen im Juni steht nun der neue Stücktext. Jetzt hoffen die Schattenlichter, dass sie ab September wieder im Großen Saal proben können. Wenn alles gutgeht, wird dort vom 25. bis zum 27. Februar 2021 ein Krimi von Agatha Christie zu sehen sein.

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Was sollen Zecken fressen, wenn alle Menschen zu Hause bleiben?

Was sollen Zecken fressen, wenn alle Menschen zu Hause bleiben?

Manchmal kommt’s schon komisch: Vor ein paar Tagen nahm ich beim Tagesspiegel an einer Verlosung für Freikarten für Michael Hatzius‚ Show „Die Echse“ in der UFA-Fabrik teil. Die Auslosung sollte am Montag erfolgen. Da ich die Show sowieso unbedingt sehen wollte, machte ich mir für Dienstag eine Notiz: Wenn ich nicht gewinne, kaufe ich mir Karten.

Dienstagmittag checkte ich meine Mails, und da ich nichts gewonnen hatte, kaufte ich Tickets – allerdings nicht zum ersten Showtermin am heutigen Donnerstag, sondern für einen Tag später. Zeitgleich mit den „Print at Home“-Tickets erhielt ich auch – na, was wohl? – eine Gewinnbenachrichtigung!

Die Echse kann man auch zweimal hintereinander mit demselben Bühnenprogramm erleben, dachten wir uns, und das versetzt mich in die Lage, heute einen Theater-Tipp für morgen zu geben und dann die morgige Show mit der heutigen zu vergleichen. Heute war es jedenfalls superlustig!

Hatzius und seine Puppen – heute die Echse, zwei Schweine, eine Zecke und ein Dino – werteten den Lockdown aus und waren somit topaktuell. Muss man als Schwein mehr Angst vor Corona oder vor Schweinegrippe haben? Und was sollen Zecken fressen, wenn alle Menschen zu Hause bleiben? Man kann eindeutig festgestellen: Hatzius hat die spielfreien drei Monate nicht ungenutzt gelassen, sondern sich jede Menge geniales Neues ausgedacht!

Eine überragende Eigenschaft von Hatzius ist das spontane Interagieren mit einzelnen Zuschauern. Dass ausgerechnet in einer der ersten Shows nach der Corona-bedingten Spielpause ein Publikumsgast Azubi beim Robert-Koch-Institut ist und gerade heute eine Mail mit Fragen zur Corona-App beantworten musste, ließ den Puppenspieler zur Höchstform auflaufen.

Nur die Einzelfallhelferin Leila aus der ersten Reihe, die komplette zwei Stunden lang durchlachte, inspirierte Hatzius noch mehr. Da können wir schon mal gespannt sein, wen das Publikum morgen zu bieten hat und was Hatzius daraus macht!

Unser Tipp ist in jedem Fall: Hingehen!

Der UFA-Fabrik gebührt höchstes Lob für den verantwortungsvollen und unverkrampften Umgang mit den Corona-Vorschriften. Da fühlt man sich wohl. Und weil die Bühne zwar „open air“, aber überdacht ist, gibt es frische Luft, aber dennoch Schutz vor Regen.

Michael Hatzius: Die Echse“: Freitag, 10. Juli, 20 Uhr, UFA-Fabrik

Hatzius mit „Echsoterik“ in den Wühlmäusen: 2.12.2020 und 24.3.2021

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Kaminer liest Corona

Kaminer liest Corona

Heute wollen wir Euch ins geschlossene BKA-Theater locken. Dort war Wladimir Kaminer heute mit einer wie immer äußerst kurzweiligen und originellen Lesung zu erleben – Corona-bedingt ohne Publikum vor Ort, aber im Live-Stream.

In einer knappen Stunde präsentierte er einen neuen Text, den er nach eigenem Bekunden noch niemandem vorgelesen hatte, da er ihn soeben erst fertiggeschrieben hatte.

Bedenkt man, wie aktuell der Inhalt ist, kann man diese Aussage durchaus ernstnehmen. Damit ist Kaminer der erste Autor, vom dem die Schattenlichter etwas über Corona lesen beziehungsweise vorgelesen bekommen. Im Mittelpunkt des Textes steht eine Dienstreise Kaminers Anfang Mai – topaktuell also – mit negativem Corona-Test und Systemrelevanzbegründung nach Österreich, wo er eine Reportage über … nein, das dürfen wir hier eigentlich noch nicht verraten. Gespoilert wird nicht! Seht es Euch an!

Wladimir Kaminer ist ein deutscher Schriftsteller und Kolumnist, der in Moskau geboren wurde und 1990 als junger Erwachsener nach Deutschland kam – wunderbar leicht verfilmt als „Russendisko“ mit Matthias Schweighöfer (Ohrwurmverdächtig: „Super-super-supergut!“). Kaminers Erzählbände „Militärmusik“ und „Russendisko“ machten ihn auch außerhalb Deutschlands bekannt. Bei den Schattenlichtern sind seine Lesungen – beispielsweise auf der Freiluftbühne Spandau – und seine Bücher „Ausgerechnet Deutschland“, „Mein Leben im Schrebergarten“ und „Die Krezfahrer“ besonders beliebt. Kaminer schreibt seine Texte in deutscher Sprache und nicht in seiner Muttersprache Russisch.

Bevor wir Euch den Link zur heutigen Lesung verraten, sei noch darauf hingewiesen, dass natürlich auch Kaminer sämtliche Leseauftritte Corona-bedingt absagen musste und dass auch das BKA-Theater geschlossen ist. Spenden sind auf bka-theater.de möglich – auch gegen Spendenbescheinigung.

Live dabeizusein lohnt sich übrigens immer. Bei Kaminer waren heute live Bild und Ton deckungsgleich; in dem nun zu sehenden Film gibt es da leider Abweichungen. Der Text wird dadurch aber nicht schlechter – versprochen!

www.facebook.com/watch/live/?v=698454137555138&notif_id=1591382772427082&notif_t=live_video

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„Der Vorname“ lebt!

„Der Vorname“ lebt!

Die Schattenlichter warten schon sehnsüchtig auf die Premiere von „Der Vorname“ im Hans-Otto-Theater in Potsdam. Wäre Corona nicht gekommen, hätte die Premiere bereits im April stattgefunden. Nun ist sie auf unbestimmte Zeit verschoben.

Glücklicherweise ist das Hans-Otto-Team – wie schon berichtet – sehr kreativ. Einzelne Schauspieler haben im virenfreien eigenen Zuhause lustige und intelligente Kurzfilme aufgenommen.

Gerade entdeckten wir einen sehenswerten Zweieinhalbminüter zu „Der Vorname“: Da haben sich – nach einer kurzen Einführung in Originalkostümen – die fünf Schauspieler des Geschehens in privatem Outfit an ihre fünf eigenen Esstische gesetzt, die wichtigsten Szenen gespielt und anschließend zusammengeschnitten.

Dass der „gemeinsame“ Esstisch mal hell, mal dunkel ist, dass es mal Kerzenlicht, mal Sonnenschein gibt, dass der Hintergrund mal bunt dekoriert, mal kahlweiß ist, ist egal, Corona eben! Wichtig ist nur eins: „Der Vorname“ lebt!

Wer den Beitrag sehen will, gehe auf
hansottotheater.de/gruesse-aus-dem-home-office/ und scrolle dort bis zu folgendem Film:

DER VORNAME von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière – cut in pieces

Wer den Schattenlichter-Aufführungen von „Der Vorname“ im Februar 2017 beigewohnt hat, wird nun seine Freude haben, die verschiedenen Typen der Hans-Otto-Besetzung mit den Schattenlichtern zu vergleichen. Allerdings hatten wir das Stück schattenlichtertypisch auf unser Team zurechtgeschrieben. Elisabeths besserwisserische „Maman“, die drei
herumhängenden pubertierenden Jugendlichen, Pierres schlaue Kollegin Lucette, den cholerischen Nachbarn Serge und die sexy Studentin Melusine werdet Ihr im Hans-Otto-Theater vergeblich suchen. Sie stammen nicht aus der Feder des erfolgreichen französischen Autorenteams Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte, sondern sind eine Schattenlichter-Kreation.

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Theatergruppe Schattenlichter sucht Schauspieler: Männlich, zwischen 18 und 80 Jahren

Theatergruppe Schattenlichter sucht Schauspieler: Männlich, zwischen 18 und 80 Jahren

Aus: Berliner Woche für Zehlendorf (20.05.2020)
Autor: Ulrike Martin

Wer hat Lust auf der Bühne zu stehen? Die Theatergruppe Schattenlichter sucht einen Mann zwischen 18 und 80 Jahren.

Der Mitspieler soll eine sympathische mittelgroße Rolle in einem Agatha-Christie-Krimi übernehmen. Als Charaktere zur Wahl stehen ein brotloser Künstler und ein verwirrter Alter.

Die ersten Treffen im Paulus-Gemeindehaus am Teltower Damm 6 sind im Juni geplant. Die Theaterproben finden dann von Anfang September bis Ende Februar des Folgejahres statt – vor allem Montagabends, ab Januar auch sonntags tagsüber.

Die Voraussetzungen für den neuen Mitspieler: „Er sollte nett, teamfähig, zuverlässig und per Mail oder Messenger erreichbar sein, der Rest findet sich dann schon“, sagt Elke Brumm, die Organisatorin der Schattenlichter. Interessenten können sich per E-Mail an schattenlichter@gmx.de melden.

Die Schattenlichter sind eine Hobbytheatergruppe ohne Regisseur. Die Mitglieder zahlen keine Beiträge, erhalten aber auch kein Honorar. Im vergangenen Februar präsentierten sie mit „Barbara“ nach dem gleichnamigen Kinofilm von Christian Petzold ihre 38. Aufführung.

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Mittelgroße Rolle in Agatha-Christie-Krimi zu vergeben

Mittelgroße Rolle in Agatha-Christie-Krimi zu vergeben

Aus: Tagesspiegel-Newsletter für Steglitz-Zehlendorf (14.05.2020)
Autor: Boris Buchholz

Die Laien-Theatergruppe Schattenlichter sucht für ihr nächstes Stück nach schauspielerischer Unterstützung. Wenn Sie zwischen 40 und 80 Jahren alt und ein Mann sind sowie Lust haben, entweder einen brotlosen Künstler oder einen verwirrten Alten (die Rollen seien beide „sympathisch“) zu spielen, dann melden Sie sich doch bei Elke Brumm (die E-Mail-Adresse lautet: schattenlichter@gmx.de).

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Licht aus, Licht an

Licht aus, Licht an

Aus: Paulus Blätter (4/2020)
Autor: Lothar Beckmann

Republikflucht, Ausreiseantrag, Stasi-Büro, Observation, Abschnittsbevollmächtigter – beim Betrachten des DDR-Alltags im Theaterstück „Barbara“ hatten die Zuschauer nicht viel zu lachen. Die Ausweglosigkeit und Repression im „Osten“ hatten die meisten Theaterbesucher zum Glück nicht miterleben müssen. Sie sehen das Unbegreifliche heute, dreißig Jahre nach dem Mauerfall, aus einer gewissen Distanz, müssen sich erst zurechtfinden in dem unsäglichen DDR-Trott, den die Schattenlichter auf die Bühne zurückgeholt haben.

Dieser Schritt rückwärts wurde dem Publikum nicht leicht gemacht. Durch die Adaption der vielen Szenen aus dem Film „Barbara“ für die Theaterbühne wird der Handlungsablauf immer wieder unterbrochen. Was im Film mit einer neuen Kameraeinstellung erledigt ist, heißt für die Bühnenfassung: Umbau der Kulissen im schummerigen Licht und Verweilen der Zuschauer im Halbdunkel. Licht an, Licht aus zerstückelt den Inhalt des Stücks. Wann und wie geht‘s weiter? Der rote Faden ist jedes Mal bis zum Zerreißen gespannt. Da hilft auch die Leinwand neben der Bühne, auf der Filmsequenzen das Bühnengeschehen zusätzlich veranschaulichen, nur wenig.

Die Bilanz der Theatergruppe Schattenlichter mit 38 Stücken in 35 Jahren ist wirklich beeindruckend. Viele der Komödien mit Tiefsinn, der Kriminalstücke mit Aha-Erlebnis, der zeitkritischen und klassischen Werke begeisterten die Fangemeinde. Aber nicht jedes Genre eignet sich für die Laienspielgruppe. „Barbara“ steht eher nicht in der oberen Hälfte der ewigen Bestenliste der Schattenlichter-Produktionen.

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