Konzept und eigene Stücke

Informationen zu unseren eigenen Stücken gibt es hier.

Das Konzept der Schattenlichter

1. Wir haben den Regisseur „eingespart“

Normalerweise sind die Begriffe „Schauspieler“ und „Regisseur“ untrennbar. Doch die Schattenlichter proben seit 1988 ohne Regisseur. Warum?
In einer Gruppe mit Regisseur sind beim Proben vor allem die Hauptdarsteller und der Regisseur gefordert, während der Rest rumsitzt und eben nur „der Rest“ ist.
Wenn aber die Schattenlichter – ohne Regisseur – ein Stück einüben, sind alle gleichermaßen daran beteiligt. Denn wer gerade nicht aktiv auf der Bühne steht, beurteilt kritisch das Bühnengeschehen, bringt Ideen, Anregungen und Kritik ein. Jeder ist gewissermaßen ein Teilregis­seur. Auf diese Weise sind auch Souffleuse, Beleuchter und Bühnenbildner das ganze Jahr über eingebunden.
Oft wird bezweifelt, dass eine Inszenierung einen roten Faden haben kann, wenn es ein Dutzend Regisseure gibt. Doch unser Team ist eingespielt. Die Ideenvielfalt führt dazu, dass unterschiedliche Varianten ausprobiert werden und die passendste angenommen wird. Da zwölf Leute mehr Ideen haben als eine einzige Person, erreichen wir meist kurzweilige Inszenierungen, die relativ nahe am Originaltext liegen. Denn niemand hat den Ehrgeiz, den einzelne Regisseure haben können, eine ganz persönliche, schräge und höchst gewagte Interpretation zu zeigen.

2. Wir proben um der Proben willen

Wir werden oft gefragt, warum wir nur drei Aufführungen pro Jahr machen. Ganz einfach: Theater ist unser Hobby, es soll Spaß machen, aber nicht in Stress ausarten. So sind eine dreistündige Probe pro Woche und eine Aufführungsreihe pro Jahr genug – zumal es ja mit den Proben nicht getan ist: Es gibt immer jede Menge Organisatorisches zu erledigen.
Ebenso wichtig wie gelungene Aufführungen sind Proben, an denen man gerne teilnimmt, und ein kurzweiliges Drumherum der Stückauswahl, Textkürzung, Rollenverteilung, Stückdiskussion, Requisitensuche und Bühnenbildgestaltung. In dieser Zeit sind wir nicht Theatergruppe, sondern Literaturkreis, Handarbeitszirkel und Bühnenbauer.

3. Wir sind nicht teuer

Mit wenig Geld ein Stück auf die Beine zu stellen, hat einen besonderen Reiz. Wie schafft man es, Bühnenbild, Requisiten, Technik, Kostüme und Werbung ohne nennenswertes Budget zu erstellen? Selbst machen! Pragmatische Lösungen finden! Herumfragen! Den halben eigenen Haushalt ins Bühnenbild integrieren! Als sich der Premierenvorhang hob, hat schon mancher Zuschauer gestaunt, wie viele Gegenstände auf der Bühne ihm bekannt vorkamen. Uns macht das mehr Spaß, als staatliche Förderung in die Hand zu nehmen und alles neu zu kaufen.

4. Wir spielen in Zehlendorf

In Zehlendorf gibt es kaum Theaterinitiativen, wenn man von Schüleraufführungen absieht. Jedoch zählen die Zehlendorfer zu den eifrigsten Theatergängern der Stadt. Mit unserem Aufführungsort in Zehlendorf-Mitte sind wir am richtigen Ort aktiv.

5. Wir haben keine Ambitionen

Niemand von uns will ans professionelle Theater. Die meisten von uns haben ihre beruflichen Ziele – ihrem Alter entsprechend – längst definiert. Das Theatermachen ist vielmehr eine Ergänzung oder ein Kontrastprogramm zum beruflichen Alltag, ein interessantes, kurzweiliges Hobby voller Herausforderungen, mit dem wir nicht zuletzt Kultur vermitteln und Freude haben und bereiten.

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