Stückinfos 2021: „Die Mauer wird noch in 100 Jahren stehen“

Stückinfos 2021: „Die Mauer wird noch in 100 Jahren stehen“

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Filmische Darstellung einer echten Umfrage zur Deutschen Frage, die im Mai und Juni 1989 in Zehlendorf-Mitte durchgeführt wurde

Es war gerade drei Monate her, dass DDR-Staatschef Erich Honecker gesagt hatte: „Die Mauer (…) wird auch noch in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind.“ Eine Wende war damals, im Frühjahr 1989, noch nicht zu erahnen. Da machte eine Zehlendorfer Abiturientin für ihren Grundkurs Geschichte eine private Umfrage. „Wie könnte es zu einer Wiedervereinigung kommen, und für wann ist sie wahrscheinlich?“, das fragte sie 45 Personen. Die Antworten präsentierte sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern in einem vierstündigen Referat im Juni 1989.

Das Thema interessierte die Schüler, Lehrer und Eltern; die Unterschiedlichkeit der Antworten verblüffte viele. Aber niemand, wirklich niemand ahnte, dass sich diese Frage nur fünf Monate später beantworten würde. Der Zeitpunkt für das Referat war rein zufällig gewählt worden, weil das Thema im Lehrplan vorgesehen war.

Diese ungewollte Aktualität macht die Textsammlung zu einem spannenden Dokument deutscher Zeitgeschichte. Heute, mehr als 30 Jahre später, erscheint die deutsche Einheit vielen als Normalität. Da ist es spannend und auch nützlich, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass unsere Geschichte noch gar nicht allzu lange so aussieht, wie sie sich derzeit darstellt. Die Freude über den Alltag wächst, wenn wir ihn nicht als normal, sondern als erkämpft begreifen – als einen Zustand, von dem im Frühjahr 1989 die Menschen in Ost und West noch träumten oder den sie sich gar nicht vorstellen konnten.

Die befragten Personen stammten aus dem Bekanntenkreis und aus der Familie der Abiturientin. Es waren 28 Westdeutsche aus Berlin, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern; dann drei Ostdeutsche aus Berlin und Dresden; und schließlich ein Algerier, zwei Amerikaner, ein Niederländer, acht Franzosen, ein Pole und eine Schweizerin. Die Äußerungen sind wörtlich wiedergegeben, aber teilweise in gekürzter Form.

Die Abiturientin war damals Mitglied der Paulus-Gemeinde Zehlendorf und der Theatergruppe Schattenlichter.

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