Ein gelungener Abschluss des Theaterjahres

Ein gelungener Abschluss des Theaterjahres

Erst lautete die Regel „2 G“, dann „2 G plus Maske am Platz“, und drei Tage vor dem geplanten Besuch meldete sich das Theater mit der Ansage, dass laut neuster Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats zusätzlich ein tagesaktueller Test mitzubringen sei.

So war der gestrige Besuch der Schattenlichter im Kleinen Theater am Südwestkorso zwar mit etwas Aufwand verbunden, aber das lohnte sich allemal. Denn ganz abgesehen von dem durch die Maßnahmen gesteigerten Sicherheitsgefühl war auch das Bühnengeschehen höchst erfreulich.

„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ brachte das engagierte Team auf die Bühne – eine von etwa einem Dutzend unterschiedlicher Produktionen des Jahres 2021. Das Stück stammt aus dem Jahr 1987, bekannter ist jedoch der gleichnamige Kinofilm aus dem Jahr 1989. Die Handlung spielt in den 1950er-Jahren in den amerikanischen Südstaaten: Die starrköpfige 72-jährige Miss Daisy Werthan, Witwe eines reichen Textilfabrikanten, verursacht mit ihrem nagelneuen Wagen einen Unfall. Während Miss Daisy ihr fahrerisches Können nicht anzweifelt, macht sich ihr Sohn Boolie Sorgen. Er engagiert gegen den Willen seiner Mutter den schwarzen Chauffeur Hoke Colburn, der sehr geduldig und offenherzig ist. Anfangs weigert sich Miss Daisy, von ihm chauffiert zu werden, doch mit der Zeit entwickelt sich aus anfänglicher Antipathie eine auf Toleranz und Verständnis basierende tiefe Freundschaft.

Mit drei Schauspielern und einem aufs Wesentliche reduzierten Bühnenbild – Sessel, Schreibtisch, Telefon, Lenkrad und zwei Sitze – gelingt es dem Kleinen Theater, die sympathische Geschichte dem Publikum zu vermitteln. Bemerkenswert sind nicht nur die auf den Punkt geschriebenen Szenen, sondern auch die Entwicklung der drei Charaktere über einen Zeitraum von 25 Jahren. Wie sie vor den Augen des Publikums altern, ist eindrucksvoll und überzeugend gespielt. Publikumsliebling ist der von Pierre Sanoussi-Bliss gespielte Hoke, der mit seiner offenherzigen Art häufiger die Wahrheit sagt, als seinem Gegenüber lieb ist, und der sich trotz diverser Schicksalsschläge nicht übers Ohr hauen lässt. Pierre Sanoussi-Bliss führte bei dieser Produktion auch Regie.

Nach einer kurzen Pause zum Jahreswechsel nimmt das Kleine Theater seinen Spielbetrieb am 14. Januar wieder auf. Als erstes wird „Er ist wieder da“ auf dem Spielplan stehen. Wer zurückscrollt, findet den entsprechenden Theater-Tipp der Schattenlichter. Als nächstes gibt es eine musikalisch-poetische Reise („Leonard Cohen – We Take Berlin“, und schließlich das Stück „Frauensache“ vom Schattenlichter-Lieblingsautorenteam Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Im Februar folgt „Drei Männer im Schnee“ nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner – auch hierzu gibt es bereits einen Theater-Tipp der Schattenlichter.

Das Theaterjahr 2022 beginnt im Kleinen Theater vielversprechend! Die Schattenlichter wünschen ihren Freundinnen und Freunden ein gutes und gesundes Jahr 2022. Wie gestern Abend am Eingang des Kleinen Theaters zu lesen war: „Bleiben Sie optimistisch!“

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Frisch geboostert ins Schlosspark-Theater

Frisch geboostert ins Schlosspark-Theater


Vier frisch geboosterte Schattenlichter zog es gestern Abend ins Schlosspark-Theater zur Dernière von „Rain Man“.

Erfolgreiche Kinofilme auf die Bühne zu bringen, ist in der Regel ein Erfolgsrezept. So auch diesmal: Die Geschichte der Brüder Charlie und Raymond Babitt, die aufwachsen, ohne voneinander zu wissen, ist auch als Bühnenstück ergreifend.

Nach dem Tod seines Vaters erbt der egozentrische Charlie nur ein paar Rosenstöcke und einen Oldtimer, während die Pflegeanstalt, in der der autistische Raymond versorgt wird, das komplette Erbe erhält.

Wutentbrannt sucht Charlie die Pflegeanstalt auf, wo ihm Raymond dadurch auffällt, dass er Detailwissen über den Oldtimer hat und Sprüche seines Vaters zitiert, die auch Charlie noch aus seiner Kindheit im Ohr hat.

Weil es Charlie nicht gelingt, den Anstaltschef zu überzeugen, ihm seinen gerechten Anteil des Erbes abzutreten, entführt er kurzerhand Raymond. Aber er hat nicht einkalkuliert, dass „Rain Man“ einen ganz eigenen Rhythmus hat! Ein Road Movie beginnt, der viele Überraschungen für Charlie bereithält und Raymond neue Erfahrungen jenseits der Anstaltstüren beschert.

Das Publikum des Schlosspark-Theaters mag es in der Regel gerne lustig. Aber in den Szenen, in denen Charlie ein emotionales Licht aufgeht oder Raymond seine neuen Erlebnisse verarbeiten muss, ist es totenstill in dem großen Publikumssaal.

Die Schattenlichter finden: Großes Theater, wenngleich einige Szenen für unseren Geschmack etwas straffer hätten inszeniert werden können!

Ob das Stück mit Tatort-Kommissar Richy Müller und mit Markus Frank demnächst anderswo aufgeführt wird, konnten wir in einer ersten Google-Recherche nicht feststellen. Aber wir können Euch einen Blick ins Programmheft des Schlosspark-Theaters empfehlen: Sehr Abwechslungsreiches steht dort auf dem Programm – von der Komödie „Rent a Friend“ über einen Abend mit dem Klimaexperten Sven Plöger bis zu politischem Kabarett und einem Neujahrskonzert. Wer Glück hat – wie die Schattenlichter gestern Abend – darf auch miterleben, wie Theaterchef Dieter Hallervorden seinen Bühnengästen nach der Dernière auf der Bühne eigenhändig Rosen übergibt.

Was man ja heutzutage nicht unerwähnt lassen kann: Auch in Corona-Zeiten fühlt sich der Theaterbesuch im Schlosspark-Theater gut an – der „2G“-Zutritt wird gut kontrolliert, und auch auf die Maskenpflicht wird hingewiesen.

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Was eine Königsente ist

Was eine Königsente ist

Erscheint die wöchentliche Kolumne des Journalisten Axel Hacke im Magazin der Süddeutschen Zeitung, oder hat die Süddeutsche Zeitung rund um Hackes Kolumne ein Magazin gestaltet? Es ist alles eine Frage der Perspektive – das erfuhren vier Schattenlichter gestern Abend im Schlosspark-Theater auf vielfältige und kurzweilige Art und Weise bei der Veranstaltung „Axel Hacke liest und erzählt“.

Sicher ist, dass Axel Hacke seit 30 Jahren geniale Kolumnen schreibt und nicht nur das geschriebene, sondern auch das gesprochene Wort erstklassig beherrscht. Wer bisher also nur seine Texte gelesen hat, sollte die Gelegenheit nutzen, ihn beim Vorlesen zu erleben.

Bei seinen Beobachtungen stützt sich Hacke zum einen auf eigene Erfahrungen – nicht umsonst hieß seine Kolumne jahrelang „Das Beste aus meinem Leben“ -, sondern auch auf zahllose Leserzuschriften, die ihn Tag für Tag erreichen. Wenn er sie für unglaubwürdig hält, recherchiert er nach – beispielsweise, als er nicht glauben konnte, dass Burger King seine Pommesverpackungen mit dem Hinweis „Vor dem Verzehr öffnen“ garniert. Ergebnis der Recherche: Es stimmt! Und das wirft bei Hacke natürlich Fragen auf: Benötigt die Zielgruppe wirklich diesen Hinweis? Und macht es geschmacklich überhaupt einen Unterschied, ob man die Verpackung vorher öffnet oder gleich mitisst?

Seit Hacke einmal über fehlerhaft übersetzte Speisekarten berichtete, erreichen ihn Zuschriften von deutschen Urlauberinnen und Urlaubern aus aller Welt. Hätten die Schattenlichter Hackes diesbezügliche Sammlung schon gekannt, als sie 2016 in Griechenland waren, hätten sie ihm sicherlich das Foto einer Speisekarte geschickt, auf der „Rinderscheiden in Knoblauchsoße“ angepriesen wurden …

Aber nicht nur falsch Übersetztes, sondern auch falsch Gemerktes amüsiert Hacke und das Publikum. Wenn zum Beispiel ein Kind im Restaurant „Königsente“ bestellen will, muss man sich gedanklich recht stark verrenken, um darauf zu kommen, wonach ihm der Sinn steht: „Kaiserschwan“, weil es „Kaiserschmarrn“ nicht richtig interpretieren konnte!

Laut Hacke können auch Büchhändler davon ein Lied singen, dass die Kundschaft sich Buchtitel nicht gut merken kann und daher die Buchhändler in Verlegenheit bringen. Hackes neustes Buch wird sicherlich zu weiterer Verwirrung beitragen, da es den nicht eben eingängigen titel „Im Bann des Eichelhechts und andere Geschichten aus Sprachland“ trägt.

Auch Songtexte haben das Zeug dazu, missverstanden zu werden. Auf die Spitze getrieben wurde das Verständnisproblem aber erst siet dem Sommer 2020. Warum? Corona-Zeit – Masken-Zeit! Da fällt das Verstehen doppelt schwer. Aber Hacke gibt sich zuversichtlich: Falls wir erst am Anfang der Pandemie stehen – wer weiß das schon? -, werden wir noch alle Profis im deutlichen Artikulieren werden.

Vom Anfang der Pandemie berichtete Hacke übrigens Folgendes: Da Lesungen mit Publikumskontakt wegen der Ansteckungsgefahr verboten waren, musste Hacke eine Lesung auf dem Lande in einem Autokino durchführen. Das Publikum saß gut geschützt in diversen Fahrzeugen, gut ausgestattet mit Speisen und Getränken. Anstelle des gewohnten Publikumsfeedbacks bekam der Autor nur unbewegliche Kühlergrills zu Gesicht – eine denkwürdige Erfahrung, auf deren Wiederholung er gerne verzichten würde. Wenn sich die Schattenlichter vor Augen halten, wie viel sie gestern Abend im Schlosspark-Theater gelacht haben, können sie sich schwer vorstellen, dass die Atmosphäre im Auto ebenso gut gewesen wäre. Also hoffen wir das Beste!

Nun war Axel Hacke leider nur einen Abend lang im Schlosspark-Theater. Worin kann also der Theater-Tipp der Schattenlichter bestehen?

Wir hätten da Dreierlei:

1. Auf www.axelhacke.de lässt sich gleich auf der Startseite Axel Hackes monatlicher „Brief auf dem Büro“ abonnieren – kostenlos und kurzweilig!

2. Wenn Corona ihn lässt, tourt Hacke in den kommenden Monaten durch Deutschland – von Leipzig in der nächsten Woche über Mainz, Heidelberg, Stuttgart und Memmingen. Karten gibt es zum Beispiel auf www.reservix.de.

3. Wer Axel Hacke auf seine Bühne lässt, hat zweifelsohne auch weitere gute Events im Angebot. Also einfach mal den Spielplan von www.schlossparktheater.de durchklicken. Die 2-G-Kontrolle am Einlass ist gründlich und zügig. Da geht man mit einem guten Gefühl ins Theater. Die Schattenlichter werden sich dort kurz vor Weihnachten „Rain Man“ ansehen, der vor wenigen Tagen Premiere im Schlosspark-Theater hatte. Wir werden berichten!

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Überlebenshilfe vom Germanisten

Überlebenshilfe vom Germanisten

Am vergangenen Wochenende machten fünf Schattenlichter eine neue Entdeckung in der Berliner Kulturszene: das Zebrano-Theater in der Lenbachstraße 7 a in Berlin-Friedrichshain!

Das kleine Theater befindet sich in einer ruhigen Wohnstraße; es ist auf Kleinkunst, Kabarett, Chanson und Literatur spezialisiert. Das abwechslungsreiche und anspruchsvolle Programm wird von einem gemeinnützigen Verein organisiert. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Vereinsmitglieder kommt das Theater ohne Subventionen aus.

Die Schattenlichter hatten – ursprünglich schon vor einem Jahr – Karten für Philipp Scharrenbergs Programm „Germanistik ist heilbar“ gekauft, doch dann kam die zweite Corona-Welle, und es dauerte bis Ende November, dass Scharrenberg wieder im Zebrano-Theater auftreten konnte. Inzwischen hat er ein neues Programm mit dem Titel „Realität für Quereinsteiger“.

Unsere Realität hat sich durch die Pandemie massiv verändert, so dass der sympathische Bonner Germanist mit seinem Programm dem Publikum eine Art Lebenshilfe oder auch Überlebenshilfe bieten will. Das geschieht höchst kurzweilig, indem Scharrenberg die verschiedensten Darstellungsformen wie Songs und Raps, Kurzgeschichten und Hörspiele, Lyrik und Showeinlagen in seine eigene Moderation einbaut.

Was Philipp Scharrenberg demnächst zu bieten hat, ist auf seiner Homepage www.philippscharrenberg.com zu finden; das Programm des Zebrano-Theaters steht unter www.zebrano-theater.de.

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Eine ganz besondere U-Bahn-Fahrt

Eine ganz besondere U-Bahn-Fahrt

Das vom GRIPS Theater auf Instagram gepostete Bild

Eine ganz besondere Vorstellung konnten vier Schattenlichter gestern im GRIPS Theater erleben: Das Erfolgsmusical „Linie 1“, sonst mit großer Regelmäßigkeit auf dem Spielplan, hatte pandemiebedingt seit Februar 2020 pausieren müssen: Denn auch als nach Ende der beiden Lockdowns die Theater wieder öffnen durften, war „Linie 1“ nicht bühnengeeignet, da das Stückensemble zu groß ist.

Gestern nun also war die Durststrecke vorüber, Impfungen und Schnelltests sei Dank. Und so konnte das Team dem erwartungsvollen die 1.934. Vorführung von „Linie 1“ präsentieren.

Wie groß die Vorfreude auch im Theaterteam war, ließ sich auch auf Instagram beobachten: Dort postete das GRIPS seit Tagen Bildausschnitte aus Details von „Linie 1“-Requisiten – beispielsweise von Bijou, einem ausgestopften Handtaschenhündchen mit Perlenkette. Für genaue Beobachter war dann allerdings überraschend, dass Bijou gestern ohne Kette auftrat.

Auch wenn man ein Stück ungefähr zum 100. Mal sieht, gibt es immer wieder Überraschungen durch gewollte oder zufällige Veränderungen: Da das Stück 1986 spielt und dies nun schon 35 Jahre zurückliegt, wurde nun ein Intro vorangestellt, das die jüngeren oder nicht aus West-Berlin stammenden Theatergäste in die damalige Zeit einführt. Die älteren Schattenlichter sind Zeitzeugen, aber für die jüngeren war das Intro nützlich.

Dies war ganz eindeutig eine gewollte Veränderung, während andere auch für die betroffenen Schauspieler überraschend waren: Eine sonst mit Präzision geworfene Bierdose landete diesmal nicht in der Hand eines Schauspielers, sondern auf dem legendären Dach von „Bouletten-Trudes“ Kiosk. Und einem rassistisch beleidigten U-Bahn-Fahrer wurde nicht nur – wie sonst – seine Zigarette in einer Cola-Dose versenkt, sondern auch noch weitere Zigaretten aus der Hand geschlagen. Details, die dem Neuzuschauer nicht auffallen, da sie perfekt überspielt werden, aber die alten Hasen im Publikum erfreuen!

Abgesehen von einigen Neubesetzungen war das Ensemble dasselbe wie vor Pandemiebeginn. Aber auch einige der gewohnten Gesichter haben sich verändert: Eine Wilmersdorfer Witwe trägt nun Vollbart, und eine Immobilienkönigin legt ihre Perücke ab und zeigt einen flotten silbergrauen Kurzhaarschnitt. Nur auf Dietrich Lehmann ist Verlass: Inzwischen 82 Jahre alt, kann er Bierdosen so gut aufstechen, dass sie in hohem Bogen spritzen; da merkt man die Routine aus 1.934 Vorführungen. Lehmann singt seinen Songpart als „Hermann“ mit unveränderter Stimmstärke und schafft es, als Arbeiter von einem niedrigen Werkzeugkasten so elegant aufzustehen, dass manch 60-Jähriger neidisch sein dürfte.

Das Stück wurde wieder mal ein wenig gekürzt, weil dem Publikum zwar 1986 eine vierstündige Stückdauer zugetraut wurde, aber nicht im Jahr 2021. Daher müssen wir jetzt auf die japanische Übersetzung einer Stadtführung verzichten. Aber alte Hasen können sich mit der DVD des Stückmitschnitts trösten – da ist die längere alte Version dauerhaft dokumentiert.

Auch einige coronabedingte Änderungen gab es: So bleibt die erste Sitzreihe frei, die Bitte ans Publikum, noch enger zusammenzurücken, enfällt, und in der „Linie 1“ muss ein irrsinniger Weltverbesserer darauf verzichten, Flugblätter ans Publikum zu verteilen. Das Einlassprozedere wird sehr korrekt gehandhabt, so dass das Gesundheitsamt seine Freude hätte und sich das Publikum über Corona keine Gedanken machen muss.

Für die heutige Vorstellung um 19:30 Uhr sind noch Tickets zu haben; das Gleiche gilt für Mittwoch, den 8. Dezember. Die Vorführungen am 10., 11. und 12. Dezember sind ausverkauft. Die Karten sind zu Vor-Corona-Preisen zu haben, damit – so der Hinweis auf der Webseite – Theater weiterhin für alle bezahlbar ist. Man kann beim Onlinekauf eine Spende leisten, um das Theater angesichts der coronabedingt geringeren Sitzplatzzahl zu unterstützen.

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Auch Nachnamen können Ärger machen

Auch Nachnamen können Ärger machen

Erst drei Jahre ist es her, dass die Schattenlichter „Der Vorname“ spielten, ein kurzweiliges und anspruchsvolles Theaterstück des französischen Autorenduos Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière. Noch im selben Jahr kam der gleichnamige Film in die deutschen Kinos – mit einer Starbesetzung rund um Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz und Iris Berben. Nicht nur für die Schattenlichter war der Kinofilm ein Genuss.

Umso erfreuter waren wir, als wir erfuhren, dass im kommenden Januar „Der Nachname“ ins Kino kommt – mit demselben Schauspieler-Team. Der Berufsmusiker Claude hat endlich die Mutter seiner beiden besten Freunde geheiratet. Dass die Mutter den Namen des 30 Jahre Jüngeren annimmt, stößt bei ihren Kindern nicht unbedingt auf Verständnis …

Der offizielle Trailer gibt einen Vorgeschmack:
https://www.youtube.com/watch?v=0OFkCFw-XTo

Das Drehbuch stammt übrigens nicht von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière, sondern von Claudius Pläging, der auch die Stückadaption von „Der Vorname“ fürs Kino schrieb.

Schon mal vormerken: Kinostart ist am 20. Januar 2022 (Constantin Film). Wir sind dabei!

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Jede Menge Glitzer

Jede Menge Glitzer

Dass Indoor-Theater auch zu Corona-Zeiten relativ unbeschwert möglich ist, erlebten fünf Schattenlichter gestern Abend im TIPI am Kanzleramt – bei der Illusionsshow „Lass Vegas“ des Magierduos Siegfried & Joy: Testnachweis oder Impfnachweis samt Personalausweis am Eingang prüfen lassen, Adresse für die Kontaktnachverfolgung registieren – und ab ins Vergnügen!

In der Bar und an den Tischen im TIPI ging es maskenfrei zu, und wurden Gäste auf die Bühne gebeten, so setzten sie schnell ihre Masken auf. Die hat man ja immer zur Hand. Und wer seine Sache auf der Bühne besonders gut machte, bekam auch schon mal eine Glitzermaske geschenkt.

Glitzer ist sowieso das Schlagwort für den vergnüglichen Abend: Siegfried & Joy mögen es gerne glitzernd, und sie verstehen es, beeindruckende Zaubertricks nicht nur zu beherrschen, sondern auch noch ansprechend zu verpacken – mit einer farbenfrohen und eben glitzernden Bühnenshow, selbstgespielter und eingespielter Musik, Licht- und Nebeleffekten im richtigen Maße sowie einer sympathischen Einbeziehung des Publikums. 

Wie Siegried & Joy nicht müde werden zu erzählen, bekamen sie einst in Las Vegas die ganz große Inspiration, die sie dann selbst dazu brachte, anderen Illusionäres und Witziges zu präsentieren. Las Vegas braucht nun also niemand mehr, und so ist „Lass Vegas“ kein Tipi-, äh, Tippfehler, sondern ein Befehl.

Den Schattenlichtern gefiel zwischen all den Höhepunkten besonders gut, dass nicht nur einzelne Zauberlehrlinge aus dem Publikum aktiviert wurden, sondern dass sich zweimal das gesamte Publikum von den Plätzen erheben und mitzaubern durfte. Das ist nicht nur gut für den Rücken, sondern beeindruckt auch diejenigen, die Wunder am eigenen Leib erfahren müssen, bevor sie an Wunder glauben. 

Die Show ist noch einmal am 7. Oktober im TIPI zu sehen; anschließend touren Siegfried & Joy durch zahlreiche Großstädte der gesamten Republik. Wir empfehlen: Impfnachweis einpacken und hingehen! So einen unbeschwerten Abend erlebt man heutzutage nicht oft!

www.siegfriedundjoy.de

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„Maria Stuart“ in der ZDF-Mediathek

„Maria Stuart“ in der ZDF-Mediathek

Der Probenauftakt der Schattenlichter vor gut einer Woche machte mir eine Sache deutlich: Mir fehlt das Theater. Wie gut, dass man heutzutage auch spontan und ohne das heimische Sofa zu verlassen ins Theater gehen kann. In der ZDF-Mediathek ist aktuell die Inszenierung von Schillers „Maria Stuart“ am Deutschen Theater abrufbar.

Leidenschaft und Intrigen, Macht und Niedertracht, das menschliche Herz im Kampf mit sich selbst – das sind Elemente, die unweigerlich zum klassischen Drama gehören. Auf der einen Seite die englische Königin Elisabeth, an der Zweifel aufgrund ihrer unehelichen Abstammung nagen. Auf der anderen die schottische Königin Maria, Halbschwester Elisabeths und mutmaßlich verantwortlich für den Tod ihres eigenen Ehemanns. Die eine sitzt einsam zweifelnd auf dem Thron, die andere sitzt einsam und nach eben jenem Thron trachtend im Kerker der anderen.

Das Bühnenbild soll einen Setzkasten darstellen. Mich erinnert es mit den rechteckigen Fenstern an eines der zahlreichen Zoom-Meetings der vergangenen Monate – ein Bild, das vielleicht auch durch den Theaterbesuch am Laptop verstärkt wird. Die Schauspielenden sind zwar allein in ihren Abteilen, spielen jedoch leidenschaftlich über die Grenzen des Setzkastens hinaus. Wenn doch einmal zwei direkt nebeneinander stehen, wirkt es genauso unerwartet unbehaglich wie die ersten Umarmungen nach Monaten der physischen Distanz, die die Pandemie uns allen bescherte.

Es ist schon ein anderes Erlebnis, statt im Anzug auf rot gepolsterten Sitzen in Jogginghose auf dem eigenen Sofa zu sitzen – irgendwie persönlicher, direkter. So nah ist man den Menschen auf der Bühne selten. Zwischendurch zurückzuspulen oder zu pausieren ist eine angenehme Begleiterscheinung. Mein Laptop kann nie den Blick auf eine Bühne ersetzen, aber zwei äußerst unterhaltsame Abende hat mir diese Vorstellung beim diesjährigen Theatertreffen durchaus beschert.

Bis zum 11. September noch verfügbar: Maria Stuart in der ZDF Mediathek
Dauer: 128 Minuten, Untertitel zuschaltbar.

Martin Schienbein

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Echsen und Gorillas


Echsen und Gorillas

Drei Schattenlichter fanden heute Abend den Weg in die ufa-Fabrik zu einer bunten Veranstaltung mit drei kleinen Künstlerensembles. Denen war die Freude, wieder auftreten zu dürfen, deutlich anzumerken. Und das war ansteckend!

Eingangs wurde das Publikum der Freiluftbühne gefragt, für wen es der erste Kulturbesuch seit langer Zeit sei. Fast alle meldeten sich – die Schattenlichter allerdings nicht, denn sie hatten schon Ende Juni im GRIPS Theater und in der Waldbühne Kultur genossen.

Das Publikum hatte also große Lust darauf, sich mal wieder richtig gut unterhalten zu lassen. Dementsprechend war es sehr aktiv. Und das war gut, denn ein großer Teil des Programms war Improvisationstheater – und das macht mit einem aktiven Publikum ja mehr Spaß als mit Zuschauern, die sich verschämt wegducken, sobald ein Mikrofon in ihre Nähe kommt.

Die Mischung der drei Ensembles war prima, denn alle waren sehr unterschiedlich, so dass der Abend noch kurzweiliger verlief, als es ohnehin der Fall gewesen wäre. Es waren der Puppenspieler Michael Hatzius und seine Echse, das Magierduo Siegfried und Joy sowie die Improgruppe Gorillas.

Während bis zur Pause jedes Ensemble seinen Auftritt hatte, improvisierten sie nach der Pause gemeinsam zu den Eingaben des Publikums. Auch das klappte prima, und es gab jede Menge zu lachen.

Die morgige Vorstellung ist ausverkauft, aber vielleicht bekommt Ihr Restkarten an der Abendkasse. Oder Ihr sucht Euch die nächsten Auftritte der einzelnen Künstler heraus. Sehenswert sind sie alle!

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Generationswechsel am Theater STRAHL nach 34 Jahren

Generationswechsel am Theater STRAHL nach 34 Jahren

Die Schattenlichter arbeiten in ihrem 37. Jahr an ihrer 40. Aufführungsreihe. Wir dürften es in all den Jahren auf 130 bis 140 Vorführungen gebracht haben.

Ganz anders das – professionelle – Theater STRAHL, das zwar „erst“ 34 Jahre alt ist, aber 58 Premieren und 5.000 Vorstellungen über die Bühne gebracht hat. Respekt!

Wie die Schattenlichter heute im Newsletter des STRAHL lesen, heißt es dort: Vorhang auf für die nächste Generation!

Wolfgang Stüßel übergibt die Theaterleitung an seine Stellvertreterin, Karen Giese, und an seine Kinder, die Regisseurin Anna Vera Kelle und den Schauspieler Matthias Kelle.

Der Leiter von „Berlins einzigem Theater für Menschen ab 12“ schreibt:
Zugegeben, ich verabschiede mich hier mit einer Träne im Knopfloch, aber auch mit Stolz und Vertrauen – weiß ich doch meine Arbeit und die aller Mitstreiter*innen in guten Händen. Als wir 1987 als freie Gruppe mit Theater Strahl starteten, waren wir eine Handvoll Theaterverrückter. Wir haben in meinem Wohnzimmer geprobt und die ersten Produktionen DRECK AM STECKEN und VOLLTREFFER mit Darlehen finanziert. An dieser Stelle denke ich an Mitgründer und Namensgeber Reiner Strahl und Regisseur Ferry Ettehad, die nicht mehr unter uns weilen, und ein tiefer Dank an die Mitgründerin und langjährige stellvertretende Leiterin Gila Schmitt und dem Autor und Regisseur Günter Jankowiak, die alle Theater Strahl wesentlich mitgeprägt haben.

Heute ist Strahl ein Unternehmen mit 36 festen und freien Mitarbeiter*innen – immer auf der Suche nach neuen Formen, Orten und Inspirationen. Ein tatkräftiges Team, das sich der Aufgabe dieses besonderen Theaters verpflichtet fühlt, nämlich: Junges Publikum für Theaterkultur zu begeistern und junge Menschen anzuregen, ihre Zukunft verantwortlich und selbständig in die Hand zu nehmen.

Ich spreche weiterhin von: WIR. Denn schlussendlich werde ich immer ein Strahli bleiben und vielleicht in dem einen oder anderen Projekt noch einmal auftauchen. Bis zum Ende des Jahres besteht meine Aufgabe darin, den Bau unseres neuen Hauses am Ostkreuz abzuschließen und dem Strahl-Team zu übergeben.

Verehrtes Publikum, liebe Freunde und Freundinnen, ich möchte mich bei allen ganz herzlich bedanken, die immer an Theater Strahl geglaubt haben. Bei allen, die in unsere Vorstellungen strömen. Bei allen, die uns für förderungswürdig befinden. Bei allen, mit denen Strahl in aller Welt kooperiert. Bei allen, denen es wichtig ist, ein jugendliches Publikum an Theater heranzuführen.

Herzlichen Dank! Bleibt uns gewogen und besucht uns! Theater Strahl ist für alle da!

Diesem Aufruf schließen sich die Schattenlichter gerne an: Die neue Spielzeit beginnt am 24. August mit Aschewolken unter freiem Himmel. Pädagogische Fachkräfte sind zur Abendvorstellung und zum anschließendem Gespräch mit der neuen Leitung eingeladen.

Weiter geht’s mit Premieren und Wiederaufnahmen, der Spielplan ist bereits online. Bis 12. August gibt’s einen Frühbucherrabatt von 15 Prozent.
Herzlichen Dank an Wolfgang Stüßel für 34 Jahre engagiertes Berliner Theater! Wer in unseren Theater-Tipps auf www.schattenlichter.de schmökert, findet auch Tipps fürs Strahl, z. B. für das unter die Haut gehende Stück „Berlin Berlin“.

www.theater-strahl.de

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