Frisch geboostert ins Schlosspark-Theater

Frisch geboostert ins Schlosspark-Theater


Vier frisch geboosterte Schattenlichter zog es gestern Abend ins Schlosspark-Theater zur Dernière von „Rain Man“.

Erfolgreiche Kinofilme auf die Bühne zu bringen, ist in der Regel ein Erfolgsrezept. So auch diesmal: Die Geschichte der Brüder Charlie und Raymond Babitt, die aufwachsen, ohne voneinander zu wissen, ist auch als Bühnenstück ergreifend.

Nach dem Tod seines Vaters erbt der egozentrische Charlie nur ein paar Rosenstöcke und einen Oldtimer, während die Pflegeanstalt, in der der autistische Raymond versorgt wird, das komplette Erbe erhält.

Wutentbrannt sucht Charlie die Pflegeanstalt auf, wo ihm Raymond dadurch auffällt, dass er Detailwissen über den Oldtimer hat und Sprüche seines Vaters zitiert, die auch Charlie noch aus seiner Kindheit im Ohr hat.

Weil es Charlie nicht gelingt, den Anstaltschef zu überzeugen, ihm seinen gerechten Anteil des Erbes abzutreten, entführt er kurzerhand Raymond. Aber er hat nicht einkalkuliert, dass „Rain Man“ einen ganz eigenen Rhythmus hat! Ein Road Movie beginnt, der viele Überraschungen für Charlie bereithält und Raymond neue Erfahrungen jenseits der Anstaltstüren beschert.

Das Publikum des Schlosspark-Theaters mag es in der Regel gerne lustig. Aber in den Szenen, in denen Charlie ein emotionales Licht aufgeht oder Raymond seine neuen Erlebnisse verarbeiten muss, ist es totenstill in dem großen Publikumssaal.

Die Schattenlichter finden: Großes Theater, wenngleich einige Szenen für unseren Geschmack etwas straffer hätten inszeniert werden können!

Ob das Stück mit Tatort-Kommissar Richy Müller und mit Markus Frank demnächst anderswo aufgeführt wird, konnten wir in einer ersten Google-Recherche nicht feststellen. Aber wir können Euch einen Blick ins Programmheft des Schlosspark-Theaters empfehlen: Sehr Abwechslungsreiches steht dort auf dem Programm – von der Komödie „Rent a Friend“ über einen Abend mit dem Klimaexperten Sven Plöger bis zu politischem Kabarett und einem Neujahrskonzert. Wer Glück hat – wie die Schattenlichter gestern Abend – darf auch miterleben, wie Theaterchef Dieter Hallervorden seinen Bühnengästen nach der Dernière auf der Bühne eigenhändig Rosen übergibt.

Was man ja heutzutage nicht unerwähnt lassen kann: Auch in Corona-Zeiten fühlt sich der Theaterbesuch im Schlosspark-Theater gut an – der „2G“-Zutritt wird gut kontrolliert, und auch auf die Maskenpflicht wird hingewiesen.

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Autor: Elke Brumm

Elke Brumm ist das dienstälteste Schattenlicht. Bei der allerersten Aufführung im Weihnachtsgottesdienst 1985 in der Pauluskirche war sie noch Zuschauerin, aber schon beim zweiten Stück war sie aktiv dabei - und ist es bis heute geblieben. Neben den spielerischen Aktivitäten ist Elke Brumm das organisatorische Rückgrat der Schattenlichter; die studierte Theaterwissenschaftlerin und Germanistin (FU Berlin) macht für die Schattenlichter auch die Pressearbeit und die Programmhefte. Seit 2015 schreibt sie ungefähr einmal monatlich einen Theater-Tipp für den Freundeskreis der Schattenlichter, denn da die Schattenlichter immer nur im Februar spielen, muss man schließlich auch im restlichen Jahr wissen, wo man kurzweilige und inspirierende Theaterabende verbringen kann.

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